Tischtennis – Anfängertipps und Training
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Der Einstieg ins Tischtennis

Im folgenden Beitrag geht es um den Einstieg ins Tischtennis. Es handelt sich um meine persönliche Meinung und Erfahrungen. Da ich im Zuge meiner gerade angefangenen C-Trainerausbildung das eine oder andere Thema bearbeiten werde, nutze ich das gleich, um das hier auf der Webseite zu veröffentlichen.

Warum will jemand Tischtennis spielen?

Es gibt viele verschiedene Motivationen. In der Regel erfolgt der Einstieg darüber, dass die Eltern den Schüler schicken oder über die Arbeit in der Schule das Interesse des Schülers geweckt wird. Erwachsene die einsteigen sind in der Regel begeisterte Hobbyspieler und möchten den Sport ausbauen.
Dann gibt es natürlich die Gruppe der Menschen, die vom Virus Tischtennis infiziert werden/sind. Diese lieben den Sport wegen der vielfältigen Herausforderungen.

Tischtennis kann man grob betrachtet auf 2 Arten spielen

Wie man spielt hängt auch viel von der eigenen Persönlichkeit ab.

Methode 1: Angriff

Das Ziel ist es, den Ball so zu spielen, dass der Gegner nicht an den Ball kommt oder einen Fehler unter Zeitdruck macht. Diese Spieler überwiegen im modernen Tischtennis.

Methode 2: Verteidigung

Hier spielt man den Ball solange zurück, bis der Gegner den Ball nicht mehr auf den Tisch zurückbringt. Verteidiger sind selten.
Natürlich gibt es jeder Menge Abstufungen zwischen den beiden Spielarten.

Tischtennis ist das schnellste Rückschlagspiel der Welt.

Was bedeutet das?
Tischtennis ist komplex. Es spielen sowohl Physis als auch mentale Stärke eine große Rolle.

Tischtennis ist ein Spiel um Zeit. Je weniger Zeit mein Gegner hat, desto besser komme ich ins Spiel.
Alles in diesem Sport ist auf Geschwindigkeit ausgerichtet. Wer einmal live ein Spiel auf Weltklasseniveau gesehen hat, weiß wie schnell man sich bewegen kann;).

Tischtennis ist ein Spiel, dass einen hohen Automatisierungsgrad erfordert.

Was bedeutet das nun wieder?
Tischtennis läuft so schnell ab, dass bewusste Reaktionen aber einer bestimmten Spielgeschwindigkeit nicht mehr möglich sind. Der Körper reagiert automatisch mit eingeübten Reflexen. Ein Umweg über den bewussten Teil des Gehirns dauert einfach zu lange für die Reaktion. Darum müssen im Tischtennis die Grundschläge automatisiert werden – d.h. die Bewegungen laufen bei Abruf unbewusst ab.

Tischtennis lebt von der Beeinflussung von 4 Komponenten

  1. Platzierung
    Wo kommt der Ball auf dem Tisch auf?
  2. Rotation
    Wie dreht sich der Ball und beeinflusst den Absprung vom Tisch (Vorwärts/Rückwärts/Seit/keine Rotation)
  3. Geschwindigkeit
    Wie schnell ist der Ball?
  4. Flugkurve
    Wie fliegt der Ball? Hoch/Flach?

Tischtennis aus Sicht eines Einsteigers

Nach der ganzen Theorie klären wir jetzt die spannende Frage, was das für den Einstieg bedeutet.
Ein Tischtennisspieler muss also ganz viele Informationen auf einmal verarbeiten und entsprechend darauf reagieren.

Er muss den Ball an der richtigen Stelle mit der richtigen Geschwindigkeit in der richtigen Position in die richtige Richtung unter Berücksichtigung der Positionierung des Gegners und des Schlages des Gegners (Position, Geschwindigkeit, Rotation, Flugkurve) mit der richtigen Rotation an die richtige Stelle auf der anderen Seite des Tisches spielen.


All diese Variablen sind bei jedem Schlag anders. Das ganze passiert immer unter Zeitdruck.
Mit ein bisschen Übung kann man als Anfänger relativ schnell einen Ball treffen. Es gelingt auch relativ schnell den 1. Ball zurück zu spielen und mit ein bisschen Übung sogar zu platzieren, solange man mit Anfängern spielt. Als Anfänger kann man aber keine Rotation einschätzen, das gelingt nur, wenn man den Schlag des Gegners lesen kann. Der Ball wird oft “unvorhersehbar” abspringen. Genauso sieht es mit Platzierungen und Geschwindigkeit aus. Als Anfänger kann ich die möglichen/sinnvollen Anspielpositionen bei mir nicht kennen. Das kann man lernen.
Als Anfänger kann man relativ schnell Fortschritte erzielen, wenn man regelmäßig übt. Die Einschätzung von Bällen ist eine Erfahrungssache.

Das Entscheidende ist die Beherrschung von Grundschlägen, die man in jeder Situation abrufen kann. Für Anfänger und Fortgeschrittene bedeutet dies, dass regelmäßig die Basis geübt wird.

Als Anfänger im Tischtennis muss man bereit sein an sich zu arbeiten. Gerade Anfänger müssen in der Regel am Anfang sehr viele und ständige Korrekturen an Ihren Bewegungen durchführen.
Hinweise vom Trainer müssen zwar positiv formuliert sein, aber es bedarf auch der Bereitschaft ständig an sich selbst zu arbeiten und Hilfen annehmen zu können.

Nach der ganzen Technik ist Tischtennis auch immer ein Zweikampf (manchmal auch ein Vierkampf im Doppel). Das kann zu Frustration oder auch zum Erfolg führen. Das Erfolgserlebnis ist immer unmittelbar, weil man immer “mit” oder “gegen” jemand anders spielt und der Schlag war erfolgreich oder nicht.
Tischtennisspieler sollten also besonders frustrationstolerant sein.

In meiner Anfangszeit als Spieler wurde vor allem auf eine grundlegende Ausbildung geachtet. Durch die regelmäßigen Übungen machte ich für mich nachvollziehbare Fortschritte und hatte somit einen Erfolg im Training. Mit diesem Erfolg im Rücken war es leicht durchzuhalten, weil eine permanente Entwicklung sicht- und erlebbar war. Ausserdem wurde bei uns darauf geachtet, dass die positiven Erlebnisse für mich als Schüler überwogen.

Anfängertraining im Tischtennis

Anfängertraining ist schwierig. Es muss darauf geachtet werden, dass die Grundlagen sitzen. Das ist manchmal nicht so einfach, da die Spieler auch ungeduldig sind.
Es gilt hier alle Elemente gleichmäßig und sicher zu trainieren. Das bedeutet viele Wiederholungen und ständige Korrektur. Viele Wiederholungen müssen für den Spieler interessant sein.
Das ist nicht so schwierig wie man denkt, wenn man wenige Spieler in einer einheitlichen Struktur zu trainieren hat.

In der Regel hat man aber eine sehr gemischte Altersgruppe (Petershagen 8–13 Jahre) mit unterschiedlichsten Entwicklungsständen. Dazu kommen dann zu wenige Tische (6) bei 18–20 Kindern/Jugendlichen.
Also muss man sich etwas einfallen lassen. In Petershagen mache ich das mittlerweile in meiner Trainingsgruppe so, dass ich erst eine Erwärmung mit Spielen mache, die jedes mal anders sind, aber wo auch unterschiedliche Altersgruppen mit Handicap gegeneinander antreten können.
Entweder mische ich die “Großen” mit den “Kleinen” oder gebe den “Kleinen” einen Vorsprung.
Beim Training selbst spielen (bis auf eine Ausnahme) alle die gleichen Übungen mit unterschiedlichen Ausprägungen.

Beispiel: Aufschlagtraining

Man nehme ein paar Legosteine und lasse die Schüler unterschiedlich große Vierecke zusammenbauen. Dann stellt man diese auf den Tisch und stelle gern noch eine Figur oben drauf.
Für die Fortgeschrittenen ist die Gesamtfigur kleiner als für die Anfänger. Jetzt spielt man Sätze bis 5. Jeder hat immer 2 Aufschläge und wer beim Aufschlag den Legoblock trifft bekommt einen Punkt.
Wer die Figur abschießt erhält einen Zusatzpunkt, bei 5 ist der Satz zu Ende. Eine Erweiterung wäre, dass der Sieger nach links rückt und der Verlierer nach rechts.
In dieser Struktur sind Hilfsmittel wichtig. Im Moment suche ich noch Sponsoren für Hilfsmittel. Ich möchte ein paar Easy – Roll, Spinrad und Returnboard anschaffen.
Easy Rolls sind einfache Röhren, wo ein Kind einen Ball einwirft und der Ball immer an der gleichen Stelle (ohne Rotation) auf den Tisch. Der Vorteil zum Roboter ist eine konstante Platzierung auf dem Tisch und natürlich der Preis.
Damit kann ich 4–5 Kinder pro Tisch (2 Easy Roll) beschäftigen und mich auf die Korrektur der Schläge konzentrieren.
Ein Spinrad ist zum Üben von Schnellkraft und Rotationsbewegungen gut. Ausserdem hat das Spinrad einen Tachometer und man kann damit gut Wettkämpfe innerhalb der Gruppe organisieren.
Das Returnboard kann mehrere Zwecke erfüllen:
– Demonstrieren und üben von Schnitt z.b. Beim Aufschlag – man sieht sehr gut den Austrittswinkel
– Üben von Schlägen für Fortgeschrittene Spieler – z.b. Schupf, Topspin etc.
Mehr Infos (auch zu den Geräten) hier:
www.tt-sv-blau-weiss.de -> Tab Hilfsmittel


Tipp:
Wenn man ein Handy mit Video hat, kann man kurze Sequenzen aufnehmen und die Fehler mit etwas weiter fortgeschrittenen Spielern sofort live analyseren und korrigieren. Das hilft dem Spieler oft mehr, als ein Hinweis, da visuelle Wahrnehmungen leichter zu verarbeiten sind.

Tom
Tom
Tischtennis Trainer B-Lizenz, spiele seit meiner Kindheit Tischtennis, aktuell in Berlin im Punktspielbetrieb unterwegs... Tischtennis ist meine Leidenschaft ;).

2 Kommentare

  1. Anonym sagt:

    Super Beitrag…

  2. Tischtennisstar75 sagt:

    Hi, danke für den tollen Beitrag, will meine Kinder schon seit längerem zum Tischtennis animieren und es ihnen richtig beibringen, jz weiß ich wie!
    Lg und bleib am Ball

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